Diabetes mellitus und Parodontitis:
zwei Volks­erkrankungen mit Wechsel­wirkungen

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus ist seit Jahren weltweit auf dem Vormarsch. In Europa nimmt Deutschland laut OECD (2011) den Spitzenplatz ein: 8,9 % der Bevölkerung leiden darunter. 9 von 10 Diabetikern sind an Diabetes mellitus Typ-II erkrankt, der in der Regel ab der Lebensmitte auftritt und als Zivilisationskrankheit zu bezeichnen ist. 7 Mio. Menschen in Deutschland sind daran erkrankt – offiziell! Denn das tückische an der Krankheit: 2 Mio. Erkrankte wissen es noch nicht.

Parodontitis: Häufigste Komplikation

Diabetes führt zu einer ganzen Reihe von teils schweren Komplikationen. Die bekanntesten Krankheitsbilder sind Augenerkrankungen, das diabetische Fußsyndrom und auch Herzerkrankungen.

Doch ihr Bekanntheitsgrad ist nahezu umgekehrt proportional zu ihrer tatsächlichen Häufigkeit, wie eine Emnid-Befragung (2006) ergab:

Rang Bekanntheit der Komplikation Tatsäch-
liche Häufigkeit
Platz 1
Augen­erkrankungen (95%)
12%
Platz 2
Erkrankungen der Füße (83%)
2,5%
Platz 3
Herz­erkrankungen (75%) 
9,1%






Platz 7
Erkrankungen des Zahnhalte­apparates (36%)
fast 100% (!)

Sie sind Diabetiker und älter als 40 Jahre?

Dann sind die folgenden Informationen besonders wichtig für Sie. Denn die Zuckerkrankheit hat wesentlichen Einfluss auf die Erhaltung Ihrer Zähne und Ihre Zahngesundheit – und umgekehrt!

Diabetes als Risikofaktor für Parodontitis

Menschen mit Diabetes mellitus (Typ I und Typ II) haben ein dreifach höheres Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Man weiß heute, dass eine Parodontitis gerade bei Diabetikern besonders negative Auswirkungen haben kann:

  • Parodontitis schreitet schneller voran und wirkt sich bei schlecht eingestellten Diabetes-Patienten besonders verheerend aus (rapider Knochenverlusts im Kiefer)
  • Diabetiker leiden oft an Wundheilungsstörungen, Heilungsprozesse nach Zahnextraktionen und Zahnfleischabszessen verlaufen langsamer bzw. es kommt häufiger zu Rhagaden (Rissen) in den Mundwinkeln und Zahnfleischentzündungen.
  • Fatal ist auch, dass Diabetiker durch die Einnahme bestimmter Medikamente oft unter Mundtrockenheit leiden. Aufgrund des geringen Speichelflusses ist die Reparaturfunktion des Speichels verringert und das Kariesrisiko steigt.

Diabetiker sollten daher für eine erfolgreiche zahnärztliche Behandlung gut eingestellt sein.

Parodontitis als Risikofaktor für Diabetes

Bei einer chronischen Parodontitis können Bakterien im Blutkreislauf Botenstoffe freisetzen, körper-eigene Stoffe, die eine Entzündungsreaktion des Organismus hervorrufen. Diese sogenannten Entzündungsmediatoren führen zu einer verminderten Insulinwirkung und somit zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie).

Durch die parodontale Entzündung wird die glykämische Kontrolle beeinträchtigt. Und durch die erschwerte Blutzuckereinstellung steigt das Risiko von Diabetes-Folgeschäden. Ein verhängnisvoller Zusammenhang!

Zahnbehandlung bei Diabetikern

Die gute zahnärztliche Betreuung bei Diabetes spielt eine große Rolle für die Gesamtgesundheit der Betroffenen.

Bitte informieren Sie uns, wenn Sie Diabetiker sind!

Quellen
Ernährung und Mundgesundheit bei Diabetes,Thomas Kocher, Erhard G. Siegel; in: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2017 Die Bestandsaufnahme, Hrsg.: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetes DE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Mainz 2017 | Diabetes mellitus und Parodontitis, Deschner, J., Haak, T., Jepsen, S. et al. Internist (2011) 52: 466.

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